We are Family day 2018

Familie und Firma unter einen Hut gebracht und dabei noch spaß gehabt - so gehen firmen-Events heute

JOB UND PRIVATLEBEN IN EINKLANG BRINGEN

Das Thema "Work-Life-Balance" ist aller Munde. Es liegt absolut im Trend, Job und Privatleben optimaler auszubalancieren. Wir leben nur einmal und dessen sind wir uns so bewusst wie noch nie. Natürlich möchten wir Geld verdienen, um uns unser Leben leisten zu können. Aber das Streben nach mehr Status und Anerkennung ist nicht mehr das Wichtigste.

 

AUF DER SUCHE NACH DEN MÖGLICHKEITEN DER ENTSCHLEUNIGUNG

Sie Suche nach den Alternativen hat schon längst begonnen. Menschen nehmen sich Auszeiten, legen ein Sabbatical ein, Väter nehmen Elternzeit, Karrierefrauen denken über "Downshifting" nach. Wir besinnen uns auf das, was uns am Herzen liegt und versuchen daher Familie und Freizeit mehr Gewicht in unserem Leben einzuräumen. Dabei ist am Ende jeder seines Glückes Schmied. Jeder muss sich selbst fragen, wo seine Prioritäten liegen und wie er es finanziell und organisatorisch schaffen kann,  seine Ziele zu erreichen.

Aber es gibt Grenzen. Welcher Arbeitgeber hört schon gerne den Satz: "Chef, ich arbeite jetzt nur noch 50%"? Haben die Firmen diesem Wertewandel bereits realisiert? Und wenn ja, haben sie schon Mittel und Wege darauf einzusteigen?

Roland Klingbeil ist Agentur-Chef von "Humagnify" und als solcher ein Experte auf dem Gebiet der Förderung von Personal- und Persönlichkeitsentwicklung.

 

Roland, wie schätzen Sie die Situation ein? Haben die Firmen die "Trendwende" erkannt? Gibt es sie tatsächlich oder nur gefühlt?

"In Zeiten des Fachkräftemangels kommt es tatsächlich immer stärker darauf an, die Bedürfniss der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu erkennen und nach Möglichkeit auch optimal zu erfüllen. Nur so kann man heute den Ruf als attraktiver Arbeitgeber erwerben und sich damit vor Wettbewerbern auf dem Arbeitsmarkt behaupten."

 

Wie reagieren die Firmen bisher darauf?

"Die oben bereits genannten Ansätze der Arbeitszeitflexibilisierung haben schon länger den Hintergrund, eine bessere Work-Life-Balance herzustellen. Vorwiegend in der Start-Up-Szene gibt es mittlerweile vereinzelt sogenannte Feel Good Manager/-innen. Diese sind zuständig dafür, dass sich jeder Mitarbeiter wohlfühlt und dass für alle ein gutes Arbeitsumfeld geschaffen wird. Darunter fallen unterschiedlichste Aufgaben - von der Organisation der täglichen Joggingrunde über gemeinsame Teamaktivitäten bis hin zum Feedbackgespräch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dabei wird Feel Good Management in der Öffentlichkeit durchaus kontrovers diskutiert. So sind für die einen Feel Good Manager/-innen reine "Büro-Bespaßer", für die anderen sind sie Teil eines intelligenten Ansatzes zur Gewinnung und Bindung von Mitarbeitenden oder Ausdruck eines neuen Selbstverständnisses von Neuer Arbeit - New Work."

 

In den USA integrieren viele Firmen die Familie der Arbeitnehmer in den Job von Mama und Papa. Gemeinsame Firmenfeste, Ausflüge, Betriebskindergarten, etc. Können wir da etwas aus den USA lernen?

"Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die meiden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer heute mehr Zeit am Arbeitsplatz verbringen als zusammen mit ihren Familien, halte ich das für eine sehr gute Idee. Der Arbeitgeber bedankt sich in dieser Form einmal dafür, dass die Kinder Mama oder Papa so häufig entbehren müssen. Gleichzeitig bekommen die Familienangehörigen bei solchen Firmenaktivitäten einen guten Eindruck, wo und mit wem ihre Liebsten täglich so zu tun haben. Möglicherweise können in dieser Form sogar künftige Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter aufmerksam und neugierig gemacht werden."

 

In wie fern steigert diese Integration der Familie in den Job die Motivation der Arbeitnehmer?

"Seit Jahren ist der Zusammenhang zwischen Identifikation bzw. Motivation und Leistung/Produktivität wissenschaftlich klar nachgewiesen. Insbesondere der Aspekt der Wertschätzung hat hierbei eine besondere Bedeutung. Signale des Arbeitgebers, dass auch die Familien gesehen und in gemeinsame Aktivitäten integriert werden, gehen also klar in die richtige Richtung. Darüber hinaus kann man sich doch auch viel besser auf seine Arbeit konzentrieren, wenn man sich der Rückendeckung durch seine Familie sicher sein kann. Eure Idee des "We are Family day" ist absolut eine gute Investition in die Motivation der Belegschaft und gleichzeitig in den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens! Ich wünsche euch viele Kunden, die eure Kreativität und eure professionelle Organisation in Anspruch nehmen!"

 

Alle Infos zum "We are Family day" findet man hier: www.we-are-family-day.de

 

Herzlichen Dank an Roland Klingbeil für die Einschätzungen zu diesem Thema. Hier geht's zu seiner Agentur "Humagnify"